10.12.2012 – Ist doch schön, wenn auch mal andere watschen :-)

Da haben wir uns doch schon gewundert, dass unser Newsmaker-Tausendsassa so lange gebraucht hat, seinen „ganz persönlichen“ Kommentar (ab wann wird ein Kommentar eigentlich unpersönlich, nicht-persönlich – oder wie auch immer?) zur Eberle-Berichterstattung abzusondern. Aber es ist ihm ja dann doch noch gelungen. Naja, vielleicht hat ihn die ARGE mal wieder zu einem dieser würdelos-unsinnigen Vorstellungsgespräche gezwungen. Gute Journalisten werden ja händeringend gesucht, kann man lesen.

Nun ist der „persönliche Kommentar“ nicht weiter erwähnenswert – mit Journalismus hat der nun gar nichts zu tun.

Aber ein vorhin vom Godfather gönnerhaft freigeschalteter Kommentar sollte doch festgehalten werden, bevor es sich der Herforder vielleicht mal wieder anders überlegt.

Da schreibt ein User „Karl Heinz“ doch Beachtliches und – wie wir meinen – Fundiertes:

Sehr geehrter Herr Frickemeier,

als Mensch kann ich es ja verstehen, dass Sie sich freuen, als Jurist muss ich Ihnen jedoch ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen. Warum? Ganz einfach:

1.) Der Bericht in Akte ist nichts wert. Er kramt wirklich alte schon längste bekannte Geschichten aus dem hintersten Eck hervor und bringt nichts wirklich neues.
2.) Tobias Huch ist kein glaubwürdiger Informant. Ich persönlich glaube ihm kein Wort und befürchte fast, dass er sich auf eine Menge Ärger einstellen kann.
3.) Der Prozess gegen Faustus Eberle, ich war bei jeder der Verhandlungen zugegen, nimmt eine sehr ungünstige Wendung für die Staatsanwaltschaft. Zum einen gibt es erhebliche Widersprüche in der Beweisführung zum anderen hat der Verteidiger von Eberle, der als der Strafverteidiger schlechthin gilt, einen leitenden Polizeibeamten derart zerupft im Zeugenstand, dass sogar der Richter ernste Nachfragen stellte.
4.) Es gibt wohl, so hört man in Juristenkreisen eklatante Fehler und sogar strafrechtlich relevante Delikte auf Seiten der Rechtsverfolgungsbehörden. Diese sollen sogar so gravierend sein, dass bereits schon jetzt eine Revision mit höchster Wahrscheinlichkeit zum Ziel führt.
5) Der vorsitzende Richter selbst hat in der letzten Verhandlung erhebliche Zweifel angemeldet, dass er hier zu einer strafrechtlich relevanten Bewertung kommt.

Vielleicht, Herr Frickemeier, wäre es angebracht, wenn Sie schon derartig berichten, dass Sie ein wenig besser recherchieren. Vielleicht geben Sie uns die Ehre und erscheinen persönlich in Frankfurt. Ich würde mich freuen Sie dort zu begrüßen.

Abschließend möchte ich noch bekunden, dass ich meine Kanzlei in Frankfurt führe, nicht in Krefeld und dass das, was ich schreibe meine persönliche Einschätzung ist, die ich mir aufgrund meiner 30 jährigen Berufserfahrung als Strafverteidiger in Wirtschaftssachen angeeignet habe.

Ist Ihnen eigentlich bekannt, dass jemand solange als unschuldig zu betrachten ist, solange er nicht rechtskräftig verurteilt ist. Ich persönlich wette eine Kiste Champagner darauf, dass, sollte das Verfahren nicht mit einem Freispruch oder einer Einstellung enden, Herr Eberle mit max. 2 Jahren zu rechnen hat, die zur Bewährung ausgesetzt werden und dies nur, damit der Staatsanwalt nicht sein Gesicht verliert.

Kein weiterer Kommentar nötig – bis auf unser Erstaunen, wie dilletantisch die Strafverfolgungsbehörden mal wieder vorgehen. Und das bei eigentlich sonnenklar auf dem Tisch liegenden Fakten.

Aber das ist ein anderes Kapitel.

17.08.12 – Guten Morgen, Fricke

Deine Tageslosung heute:

Wer Stil und Ideen hat – wird Schriftsteller.
Wer Stil hat, aber keine Ideen –  wird Journalist.
Wer weder Stil noch Ideen hat – wird Newsmaker.
Oder Kaufhausdetektiv.
Oder Call-Center „Manager“.
Oder Doppelkornzeuge.
Oder einfach: Claus d’Arc Frickemeier. 

Einen schönen Tag, musst ja dankenswerter Weise nicht zur Arbeit hechten – höchstens nachher mal zum Kiosk . . .

IMD > 4.0! Auf zu neuen Ufern

Alljährlich zur Sommerszeit juckt es unseren narzistischen Investigations-Tschournalisten immer massiv, die nächste Metamorphose seines bedauernswerten öffentlichen Seins einzuleiten.

Anti-Fritzmann, Anti-Stalking und überhaupt ANTI – das war gestern!

Jetzt ist aktive Schuldner-, Hungerleider- und Desperado-Hilfe angesagt – ein jeder mag es sich selbst auf der Version 4.0 ansehen – uns aber auch nachsehen, dass wir zu dem Scheiß nicht auch noch einen Link setzen.

Die Kleintruppe der Kommentatoren formiert sich bereits zur „hochqualifizierten“ Diskussion elementarer juristischer Themenkomplexe wie:

  • Prozesskostenhilfe
  • Vollstreckungsschutz
  • Vollstreckungsabwehr
  • Gläubigerbenachteiligung
  • ZPO- und RVG-Tricks & Kniffe
  • etc.

Das macht er gut, unser Tausendsassa – kann er doch als amtsbekannt Pfandloser alle so nett aufbereiteten Tricks & Kniffe höchstpersönlich selbst ausprobieren.

Unterschichten-TV war gestern – Unterschichten-Blogging gehört die Zukunft.

Hier ein Schnappschuss aus der letzten „Redaktionskonferenz“ von Fricke mit seinen Kommentatoren:

Es konnte leider nicht bildlich festgehalten werden, wem die „Redaktionskonferenz“ da so andächtig lauschte. Fricke war es nicht, der sitzt in der oberen Reihe, dritter von links.

Vorschläge und Hinweise nehmen wir gerne entgegen.

 

 

Mal eine kurze Frage

Ich nehme mal dieses Zitat von der Seite des Herrschers über das Internet um eine Umfrage zu starten….

Das Interview könnte mal so langsam kommen.

 

Huch – Ein Krimineller kommt selten alleine!

Oder: Wie suche ich mir Gleichgesinnte?

Es ist aber auch ein Kreuz. Kaum hat man einen Job, bei dem man nicht nur harmlose Bürger, sondern auch noch seinen Chef aufs Kreuz legen kann, schon kommt die Steuerfahndung.
Was nun? Laufend zu posten, welche Kriminellen nichtdeutscher Nationalität mal wieder aus Versehen in Herford gelandet sind und prompt geschnappt wurden, das kann es ja nicht sein.

Also her mit den nächsten Kumpanen im Geist. Es muss so um den Ersten Mai gewesen sein, als Rotwein im Flieger der Never-Comeback-Airline die Sinne umnebelte. Was dem einen sein Bermudamäntelchen, ist dem anderen ein Fusselverein. Aber so ein Schiet, kaum aus der Taufe gehoben, landen die meisten Vereinsgründer direkt in Haft.

Nach einem mäßigen Versuch, kostenpflichtigen Abzocktalk zu verticken, besinnt man sich doch lieber auf bekanntes Terrain.
Doch wie kann man endlich erfolgreich sein? Man ist ja lernfähig. Wenn schon mit zwielichtigen Gestalten kooperieren, dann mit welchen, die schon fertig verurteilt sind. Die kommen einem nicht so schnell abhanden.
Glücklicherweise gibt es ja einen, der mal zwei ganz böse Finger in seine Geschäftsräume eingeladen hat. Natürlich nur, um sie später zu überführen. Keineswegs, um selber von den Machenschaften zu profitieren – nein, nein, mein Freund . . .

Der ist vorbestraft? Na und – das sind in der FDP noch ganz andere. Und als Pirat mit der FDP eine Minderheitsregierung zu bilden, hat doch seinen Charme.

Also los, lassen wir die Lok gegen den Prellbock fahren!

Da der Lokführer nun mal ein ehemaliger Lokführer ist, fährt die Lok gegen den Prellbock. Ganz ohne dass im Stellwerk der Mixer die Weichen verstellen muss.
Dann noch die aus gutem Grund nicht unterzeichnete eidesstattliche Versicherung ins Netz gestellt – und fertig ist der neuste Coup. Huch, ging das einfach!

Schade nur, dass auch die hauseigenen Kommentatoren die Sache gecheckt haben. Da nützt es auch nichts, wenn jetzt Tonnen von Kies gefurzt werden.

Gastbeitrag vom Prozessbeobachter

Köstlich – die nächste Halbwertzeit schon wieder überschritten

Die Pulitzerpreis-verdächtige Copy – Cut & Paste – Allerwelts-Bla-Bla-Bla – Investigations – Undsoweiter  „Redaktionsseite“ NETZFURORE.DE ist nun auch schon wieder Geschichte. Sie musste der weltbewegend wichtigen persönlichen Blogseite

Claus Frickemeier investigativ | überparteilich | unbestechlich

Platz machen. Man kann’s auch technisch ausdrücken:
http://www.netzfurore.de ist weitergeleitet auf http://www.claus-frickemeier.de
Aber ganz bestimmt wieder nur wegen umfangreichen Bauarbeiten am Seitendesign – lol.

Wir wissen nicht, was den Newsmaker dazu getrieben haben mag – vielleicht das hier?

Eins muss man ihm lassen: Fricke hat nachhaltige Inkompetenzkompensationskompetenz!

Zum ins Fäustchen lachen . . . gute Aktion

Frankfurt, den 07. Februar 2012
In einem Ermittlungskomplex wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt gemeinsam mit verschiedenen Dienststellen der Polizei in Frankfurt/M heute insgesamt  55 Durchsuchungsbeschlüsse in Deutschland mit Schwerpunkt im Rhein-Main-Gebiet und im Wege der Rechtshilfe zeitgleich weitere 4 Beschlüsse in der Schweiz und 5 Beschlüsse in Österreich vollstreckt.
Das Verfahren richtet  sich derzeit gegen insgesamt 14 Beschuldigte im Alter von 26 bis 58 Jahren.
8 Personen, darunter der mutmaßliche Kopf der Bande, seine „rechte Hand“ sowie der Geschäftsführer der Firma Telomax GmbH wurden aufgrund bestehender Haftbefehle festgenommen und werden dem Haftrichter vorgeführt. Zudem wurde umfangreiches Beweismaterial in den Durchsuchungsobjekten sichergestellt.
Die Beschuldigten sollen sich eine neu ins Telekommunikationsgesetz eingefügte Vorschrift zunutze gemacht haben, wonach sogenannte Mehrwertdienstleistungen über die Telefonrechnung vom Netzbetreiber eingezogen werden können. Der Forderung muss eine Dienstleistung zugrunde liegen, bei der die Vertragspartner im Rahmen einer Telefonverbindung einen Berechtigungscode vereinbart haben.
Der mutmaßliche 31-jährige Kopf der Bande hat offensichtlich erkannt, dass diese Art der Abrechnung die Möglichkeit bietet, leichter als über einen Lastschrifteneinzug vermeintliche Forderungen einzuziehen, da diese Art des Inkasso in der Bevölkerung weitgehend unbekannt ist und Betroffene somit bei der ausgewiesenen „Mehrwertdienstleistung“ nicht ohne weiteres an einen unberechtigten Forderungseinzug denken. Zudem werde eine Vielzahl von Telefonkunden mangels entsprechender Prüfung der Telefonrechnung den Einzug der unberechtigten Forderung nicht bemerken.
Spätestens ab 22.7.2010 sollen die Beschuldigten diesen Plan umgesetzt haben.
Es wurden Datensätze zumeist älterer Personen erworben. Diese Personen wurden aus Call-Centern in Pristina/Kosovo und Sofia/Bulgarien  angerufen z.B. mit der Behauptung, sie hätten einen Kosmetikgutschein über 100 € gewonnen. Um angeblich die persönlichen Daten und die Lieferdaten zum Zwecke der Zustellung des Gewinns abzugleichen, wurde gebeten, einer Aufzeichnung des folgenden Gesprächs zuzustimmen. In diesem Gespräch sollen die Teilnehmer dann durch irreführende und manipulative Gesprächsführung dazu gebracht worden sein, verschiedene Fragen mit „ja“ zu beantworten. Diese bewusst selektive Aufzeichnung des Gesprächs sollte den Abschluss eines kostenpflichtigen Vertrags über die Eintragung in über 200 Gewinnspiele mit angeblich monatlichen Gewinnchancen bis zu einer Million Euro zum wöchentlichen Abonnementpreis von 9,90 € nach außen hin dokumentieren. Bei diesem Gespräch wurde den Kunden auch der Berechtigungscode genannt, um die Voraussetzungen für den Forderungseinzug nach dem Telekommunikationsgesetz zu erfüllen. Nach dem Telefonat wurde über eine weitere Firma, den sog. Carrier,  das Inkasso über den Telefondienstleister vorgenommen.
Der 31-jährige Beschuldigte soll nicht nur die Einrichtung der Call-Center initiiert haben sondern auch die Firma Telomax GmbH als Carrier eingebunden haben, die einen sog. Fakturierungs- und Inkassierungsvertrag mit den Netzbetreibern hatte. Der ebenfalls beschuldigte Geschäftsführer dieser Firma soll in den Tatplan eingeweiht gewesen sein. Die Anbieterfirmen für den angeblichen Gewinneintragungsdienst und somit die vermeintlichen Inhaber der eingezogenen Forderungen waren Firmen auf den British Virgin Islands und in den USA.
Wenn also ein Kunde die angebliche Mehrwertdienstleistung hinterfragen wollte, wurde er vom Netzbetreiber an den Carrier Telomax verwiesen, der wiederum an die im Ausland ansässige Firma weiter verwies, was den Geschädigten die Reklamation unmöglich machte.
Insgesamt soll die Firma Telomax auf diese Weise bereits mindestens 1,623 Millionen Euro vereinnahmt haben; weitere 810.000,- €, die von der Firma Telomax beansprucht werden, wurden mittlerweile von der Telekom aufgrund von Auszahlungsverboten der Bundesnetzagentur auf ein Notaranderkonto einbezahlt.
Etwa die Hälfte des an die Firma Telomax gezahlten Geldes soll an den 31-jährigen mutmaßlichen Kopf der Bande geflossen sein.
Gegen ihn und den Geschäftsführer der Telomax wurden dingliche Arreste in Höhe von 1,6 Millionen € ausgebracht.
In einer weiteren Tatvariante wurden Personen angerufen und ihnen Benzingutscheine im Wert von 10 € aus einer angeblichen Verlosung in Aussicht gestellt. Um den Gewinn abzurufen, sollten sie eine 0800er Nummer anrufen. Dort lief ein Band, das in schneller Sprechfolge das Gewinnspiel anbot und die Anrufer animierte, die Ziffern 1 und 9 zu wählen, wodurch sie, ohne dies zu erkennen, ihre Zustimmung zum Abschluss eines Vertrages mit einem Gewinnspieleintragungsdienst gaben.
Aufgrund der bisherigen Ermittlungen ist derzeit von mindestens 100.000 geschädigten Personen in Deutschland auszugehen.
Bei den heutigen Durchsuchungen waren ca. 1000 Polizeibeamte und 10 Staatsanwälte im Einsatz, der sich dank der hervorragenden Vorarbeit der Frankfurter Polizei ausgesprochen erfolgreich gestaltete.
Thomas Bechtel
Oberstaatsanwalt


Die einschlägige Vorschrift im TelekommunikationG lautet wie folgt:
§ 21 Abs 2, Nr. 7 Satz 2
2) Die Bundesnetzagentur kann Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze, die über beträchtliche Marktmacht verfügen, unter Beachtung von Absatz 1 unter anderem verpflichten.
7. Zugang zu Dienstleistungen im Bereich der einheitlichen Rechnungsstellung sowie zur Entgegennahme oder dem ersten Einzug von Zahlungen nach den nachfolgenden Maßgaben zu gewähren, soweit die Rechnungsersteller nicht eine Vereinbarung mit dem überwiegenden Teil des insoweit relevanten Marktes der von ihren Anschlusskunden auswählbaren Anbietern von Telekommunikationsdienstleistungen für die Öffentlichkeit abgeschlossen haben und auch anderen Anbietern, die nicht an einer solchen Vereinbarung beteiligt sind, diskriminierungsfreien Zugang zu diesen Dienstleistungen nach den in der Vereinbarung niedergelegten Bedingungen gewähren:
a) Soweit der Endnutzer mit anderen Anbietern von Telekommunikationsdienstleistungen für die Öffentlichkeit nicht etwas anderes vereinbart, ist ihm eine Rechnung vom Rechnungsersteller zu erstellen, die unabhängig von der Tarifgestaltung auch die Entgelte für Telekommunikationsdienstleistungen, Leistungen nach § 78 Abs. 2 Nr. 3 und telekommunikationsgestützte Dienste anderer Anbieter ausweist, die über den Netzzugang des Endnutzers in Anspruch genommen werden. Dies gilt auch für Entgelte für während der Telefonverbindung übertragene Berechtigungscodes, wenn diese ausschließlich Dienstleistungen zum Gegenstand haben. Die Zahlung an den Rechnungsersteller für diese Entgelte erfolgt einheitlich für die gesamte in Anspruch genommene Leistung wie für dessen Forderungen.

Quelle: StA Frankfurt/Main

Verhaftungen und Beschlagnahmen in Sachen Megaupload

US-Justizministerium, FBI und weitere nationale Behörden in 8 Ländern haben Megauploads „auseinander genommen“ und die führenden Köpfe verhaftet bzw. zur Fahndung ausgeschrieben.

Die vollständige Anklageschrift gibts auch schon „public“:
http://www.scribd.com/doc/78786408/Mega-Indictment

Die 72-seitige Anklageschrift ist an sich schon hoch interessant als Dokumentation, wie weit heute bereits die internationale Überwachung gediehen ist. Ab Seite 66 – „Property Subject to Forfeiture“ – ist dann quasi das aktive Vermögensverzeichnis von Megauploads aufgezeichnet. da wird es einem schon schwindelig.